Projektseite Gesamtkonzept Elbe

Logo: Länderwappen

Service
Quelle: BfG

Glossar & Abkürzungen

In unserem Glossar finden Sie Erklärungen zu Fachbegriffen und Abkürzungen, die im Zusammenhang mit dem Gesamtkonzept Elbe stehen.

Zu den Anfangsbuchstaben:
A - B, C - D, E - F, G - H, I - K, L - N, O - R, S, T - Z

A - B

Akkumulation

Altarm

Stilliegender Altarm der Elbe, der von Wiesen und Weichholz umgeben ist. Quelle Sebastian Kofalk, BfG

Altarme waren einmal Teile eines Flusses. Oft handelt es sich bei ihnen um Flussschleifen oder Nebenarme. Sie wurden mit der Zeit vom eigentlichen Flusslauf abgeschnürt, besitzen jedoch noch eine Verbindung. Das Abtrennen kann auf natürliche Weise geschehen (durch Kies- oder Sandbänke) oder durch den Menschen (durch Bauwerke, die den Fluss begradigen oder Stauen sollen).

Da sie kaum mehr vom eigentlichen Flusswasser durchströmt werden, versumpfen sie leichter. Sie dienen dem Hochwasserschutz als natürliche Ablaufbecken.

Wenn Altarme komplett vom Fluss abgetrennt und nicht mehr durchflossen werden, werden sie zu einem Altwasser.

Altlasten

Als Altlasten werden Stellen im Boden oder im Grundwasser genannt, die vom Menschen stark verunreinigt wurden. Ist beispielsweise industrieller Abfall nicht richtig gelagert, kann er den Untergrund verseuchen, sodass er eine unmittelbare Gefahr für Mensch und Natur darstellt. In Europa wird ein strenges Umweltmonitoring betrieben, das sicherstellen soll, dass Wirtschaft und Kommunen sich an das Bodenschutzrecht halten.

Altwasser

In einem Altwasser in Klieken wachsen Rohrkolben und Wassernuss. Quelle Mirko Pannach

Im Gegensatz zu Altarmen sind Altwasser komplett vom Flusslauf getrennt. Sie sind still und haben keinen direkten Zulauf vom Hauptstrom. Daher können sie schneller verschlammen, eutrophieren oder austrocknen. Sie sind ein natürlicher Bestandteil von Auen.

Sie bilden sich aus ehemaligen Altarmen und Nebenarmen oder auch aus Seen, die zu Hochwasserphasen entstanden sind. Sie dienen dem Hochwasserschutz als natürliche Ablaufbecken, sofern sie nicht von Deichen umgeben sind.

Anlandung, Auflandung

Da der Fluss ständig in Bewegung ist, führt er in manchen Gebieten kontinuierlich Sand und Gestein mit sich. Diese lagern sich an geeigneten Stellen an, sodass sich beispielsweise Inseln im Fluss bilden oder das gesamte Flussbett immer flacher wird. Ganze Auen- und Uferbereiche können aufgrund von Hochwasser von Gesteinssedimenten bedeckt werden, wodurch das Gelände langsam, aber stetig höher wird. Die Ablagerung von Sedimenten wird im Allgemeinen auch Akkumulation genannt.

Über lange Zeiträume hinweg entstehen so im Zusammenspiel mit Erosion Gleithänge. Sie kann auch zu einem Austrocknen von Flussbereichen führen.

Anlandung tritt nur in fließenden Gewässern auf, da hierfür Sand und Gestein aus anderen Regionen angeschwemmt werden muss. Das unterscheidet sie von der Verlandung.

Anschlussprozess

Nachdem das Gesamtkonzept Elbe verabschiedet wurde, begann Ende 2017 der Anschlussprozess. In dessen Rahmen sollen die beschlossenen Maßnahmen umgesetzt werden.

Auch im Anschlussprozess arbeiten Bund, Länder und Organisationen Hand in Hand. In den umgestalteten Gremien Bund-Länder-Kommission, Beirat und Bund-Länder-Gremium wird produktiv zusammengearbeitet.

Genaueres zur Arbeit der Gremien erfahren Sie unter Zusammenarbeit.

Aue

Grüne Auen mit Wiesen und Weichhölzern. Quelle Sebastian Kofalk, BfG

Auen sind Uferlandschaften, die von einem Fluss während Hochwasser immer wieder überspült werden. Sie sind geprägt vom steten Wechsel zwischen Trocken- und Nassphasen. Ihre Tier- und Pflanzenwelt ist aufgrund dieser Abwechslung sehr artenreich. Selbst bei längeren Trockenphasen werden Pflanzen und Bäume, wie zum Beispiel die auentypische Solitäreiche, durch Altarme und Altwasser mit genügend Wasser versorgt.

Die Auenlandschaft besteht aus dem Uferbereich und den angrenzenden Weichholz- und Hartholzauenwäldern, die von Stromtalwiesen umgeben sind.

1. Ufer

Der Uferbereich ist einen Großteil des Jahres mit Wasser bedeckt und besteht aus Kies und Sand, auf dem Wasserpflanzen wachsen.

Weichholz säumt das Ufer der Elbe. Weichholzaue Quelle Sebastian Kofalk, BfG

2. Weichholzaue

An den Uferbereich schließt sich die Weichholzaue an, die mehrmals im Jahr vom Fluss überschwemmt wird. Ihr Boden besteht vor allem aus Sand, auf dem biegsame Weiden, Erlen und Pappeln wachsen. Sie haben sich an die mitunter starken Strömungen bei Überflutungsphasen angepasst und halten ihnen Stand.

3. Hartholzaue

Überflutete Hartholzaue im Winter. Baumstämme ragen aus dem Wasser. Hartholzaue Quelle Guido Puhlmann

Noch weiter Richtung Innenland schließen sich die Hartholzauen an. Sie werden etwa ein- bis zweimal im Jahr durch starkes Hochwasser geflutet. Der Boden ist lehmig und wird von Eichen, Ulmen, Eschen und Ahornen beherbergt.

4. Stromtalwiese

Stromtalwiesen durchziehen die Auenlandschaft. Dort lebende Pflanzen und Tiere sind den extremen Feuchtigkeitsschwankungen der Auen direkt ausgesetzt und müssen sowohl mit andauernder Trockenheit als auch Flut zurechtkommen. An die Bedingungen angepasst haben sich insbesondere Brenndolden. Während der Trockenzeit werden manche Wiesen ein- bis zweimal im Jahr gemäht und dienen als Viehweide.

Blick auf die hohen Gräser eine Stromtalwiese in den Auen der Elbe. Stromtalwiese Quelle BfG

Beirat

Der Beirat ist ein Gremium des Gesamtkonzeptes Elbe. Er besteht seit dem Anschlussprozess und tagt seit März 2018 etwa dreimal im Jahr sowie zu thematischen Sondersitzungen. Mitglied im Beirat sind, neben den Mitgliedern der Bund-Länder-Kommission (BLK), jeweils vier ständige Vertreterinnen und Vertreter der Interessengruppen aus Naturschutz und Wirtschaft.

Der Beirat gibt Hinweise und Empfehlungen zur Umsetzung der Maßnahmen des Gesamtkonzeptes Elbe an die BLK. Als Grundlage hierfür dienen die Vorlagen der BLK (z. B. Umsetzungsplan, Planungsunterlagen, Modelluntersuchungen). Außerdem entwickelt der Beirat Vorschläge für die Ausgestaltung der regionalen und thematischen Beteiligungsprozesse.

Mehr Informationen unter Beirat.

BLK

BLG

Biodiversität

In der Biologie drückt die Biodiversität die Fülle und Vielfalt von Leben in einem bestimmten Gebiet aus. Es wird untersucht,

  • wie viele unterschiedliche Arten,
  • wie viele einzelne Subjekte einer Art
  • und wie viele unterschiedliche Lebensräume (z. B. Biotope oder Habitate) im Gebiet vorkommen.

Generell gilt: Je mehr Artenvielfalt, desto besser.

Biotop

Ein Biotop beschreibt einen Lebensraum, in dem bestimmte Arten leben. Biotope können sowohl auf natürliche Weise entstanden sein, z. B. Auenwälder, oder künstlich angelegt worden sein, z. B. Parks. Biotope werden in bestimmte Lebensraumtypen eingeteilt, denen spezifische Tier- und Pflanzenwelten zugeordnet sind.

Viele Habitate bilden ein Biotop. Viele Biotope bilden wiederum eine Biosphäre. Um die Hierarchie zu verdeutlichen, können Habitate als Stadt, Biotope als Land und eine Biosphäre als Kontinent verstanden werden.

Böschung

Böschungen, auch Hänge genannt, beschreiben die schräge Seite eines Hügels, Dammes, Deiches oder Ufers.

Buhne

Blick von oben auf die Buhnenfelder der Elbe. Quelle FGG Elbe

Buhnen sind Bauwerke innerhalb des Flussbetts, die der Stromregelung dienen. Sie ragen vom Ufer quer in den Fluss hinein und verringern dadurch die Streichlinie des Flusses. So erhöht sich die Wassertiefe innerhalb der Fahrrinne und die Bedingungen für die Schifffahrt verbessern sich. Gleichzeitig schützen und stabilisieren sie die Ufer.


Aufbau einer Buhne

Buhnen bestehen aus den folgenden Komponenten:

  • Wurzel – der Teil, der die Buhne mit dem Ufer verbindet
  • Rücken – die Oberseite der Buhne, die gegebenenfalls aus dem Wasser herausragt
  • Kopf – das Endstück an der Oberseite der Buhne, das in die Mitte des Flusses hineinragt
  • Fuß – das Endstück des Teils der Buhne, der mit der Sohle verbunden ist.

Bauarbeiten an einer Buhne, die aus Totholz und Sand besteht. Ingenieurbiologische Buhne Quelle BfG

Meistens werden sie zu mehreren innerhalb eines Flussabschnitts gebaut. So entstehen Buhnenfelder. Im Bereich zwischen den Buhnen können starke Strudel entstehen. Daher wird meist davor gewarnt, in diesen Abschnitten schwimmen zu gehen. Der Buhnenschatten ist ein strömungsberuhigter Bereich und befindet sich auf der Seite der Buhne, die dem Strom des Flusses abgewandt ist.

Die Ausrichtung der Buhne kann entweder rechtwinklig zur Strömung oder mit ihr (deklinant) oder gegen sie (inklinant) verlaufen. Ihre Ausrichtung wirkt sich direkt auf den möglichen Schutz des Ufers sowie der Stärke der Anlandung aus. Meistens verlaufen sie gegen die Strömung, wodurch die Ufer am besten vor Erosion geschützt sind, aber die Buhnenfelder stark anlanden können.


Bauweise und Typen von Buhnen

Die meisten Buhnen kommen in Form von aufgeschütteten oder gepflasterten Steinen vor. Aufgrund der europäischen Wasserrahmenrichtlinie werden jedoch immer mehr Buhnen mit organischem Material wie Holz und Pflanzen gebaut oder ausgebessert. Dieses naturnahe Bauen ist umweltfreundlicher und dient dem Naturschutz.

Blick auf eine Kerbbuhne vom Ufer aus. Sie wird vor dem Buhnenkopf vom Wasser überschwemmt. Kerbbuhne Quelle BfG

Buhnen können vom Wasser entweder umströmt oder überströmt werden. Bei ersterem sind also Wurzel, Rücken und Kopf der Buhne zu sehen. Überströmte Buhnen sind dahingegen vom Ufer aus nicht zu sehen, außer zu Niedrigwasserzeiten.

Unabhängig davon, ob umströmt oder überströmt – es wird zwischen folgenden Buhnentypen unterschieden:

  • Kerbbuhne:
    Durch eine Vertiefung im Rücken der Buhne, durch die das Wasser hindurchströmen kann, wird die ökologische Durchgängigkeit des Flusses verbessert. Fische und andere Organismen können sich besser im Buhnenfeld ausbreiten und ansiedeln.
  • Knickbuhne:

    Blick von oben auf eine Hakenbuhne Hakenbuhne Quelle S. Possinger

    Statt einer geraden Form weisen sie einen Knick auf, daher der Name. Dadurch verringert sich die Anlandung und die Ufer werden vor Erosion gut geschützt. So wie Kerbbuhnen wirken sich auch Knickbuhnen positiv auf die Lebensbedingungen im Fluss aus. Aus ökologischen Gründen werden daher immer mehr bestehende, gerade Buhnen in Knickbuhnen umgebaut.
  • Hakenbuhne:

    Ähnlich wie die Knickbuhne macht auch die Hakenbuhne einen Knick, allerdings ist der Winkel hier sehr viel größer. Er kann bis zu 90 Grad betragen.

Mehr Informationen zu Buhnen finden Sie auf der Seite der Bundesanstalt für Wasserbau.

Bund-Länder-Gremium

Das Bund-Länder-Gremium (BLG) ist ein Gremium des Gesamtkonzeptes Elbe und tagt einmal im Jahr. Mitglieder sind die zuständigen Bundes- und Länderministerien sowie ggf. deren nachgeordneter Behörden.

Das Bund-Länder-Gremium entscheidet als höchstes Gremium abschließend über Umsetzungsschritte im Zusammenhang mit dem Gesamtkonzept Elbe. Entscheidungshilfen liefern die Bund-Länder-Kommission und der Beirat.

Mehr Informationen unter Bund & Länder.

Bund-Länder-Kommission

Die Bund-Länder-Kommission (BLK) ist ein Gremium des Gesamtkonzeptes Elbe. Die Kommission tagt bedarfsweise sowie zur Vorbereitung der Beiratssitzungen. Sie arbeitet an der Schnittstelle zwischen Bund und Ländern und koordiniert, wie das Gesamtkonzept Elbe umgesetzt und ausgestaltet wird. Zudem bereitet die Kommission die Beiratssitzungen vor. Zu diesem Zweck wird sie um je eine feste Vertretung aus den Naturschutz- und Wirtschaftsverbänden erweitert (daher auch „erweiterte BLK“ genannt).

Die Mitglieder der BLK tragen die Ergebnisse der Beiratssitzungen im Anschluss in die jeweiligen Verwaltungen. Bei Bedarf unterstützen drei Unterarbeitsgruppen der Verwaltung (Wasserwirtschaft, Naturschutz und Stromregelung/Verkehr) die Arbeit der Kommission.

Mehr Informationen unter Bund & Länder.

C - D

Damm

Erhöhter Blick von schräg vorne auf die Gottleuba Talsperre. Quelle FGG Elbe

Dämme begrenzen Flussläufe und kanalisieren den Strom. Sie werden künstlich aus Erde oder Steinen angelegt. Im Gegensatz zu Deichen sind Dämme die meiste Zeit von Wasser umgeben. Sie dienen dem Hochwasserschutz und werden in Form von Staudämmen zum Aufstauen von Wasser genutzt.

Staudämme hindern das Wasser am flussabwärts Fließen. So entstehen Stauseen. Staudämme kommen bei Talsperren oder Wehren zum Einsatz.

Dammbalkensystem

Um sich vor Hochwasser zu schützen, setzen Kommunen, aber auch Privatpersonen Dammbalkensysteme ein. Es handelt sich hierbei um einen mobilen Hochwasserschutz, der bei Bedarf an so gut wie allen Standorten errichtet werden kann. Die Balken bestehen meistens aus Aluminium und werden in einer Führungsschiene übereinandergesetzt. So erzielen sie denselben Effekt wie ein Damm.

Diatomeen

Umgangssprachlich verbirgt sich hinter einer Diatomee die Kieselalge. Sie überzieht Steine und Gewässerböden und ist für das menschlich Auge sichtbar.

Deckwerk

Nahaufnahme von einem Deckwerk aus Specksteinen, zwischen denen Blumen und Gräser wachsen. Quelle BfG

Deckwerke kommen als „Uferdeckwerke“ zum Schutz vor Wellenschlag am Rande des Flussbetts bis zur Uferböschung zum Einsatz. „Sohlendeckwerke“ befinden sich an der Gewässersohle und schützen das Flussbett vor einer starken Strömung . So wird sichergestellt, dass der Grund des Flusses durch Erosion nicht abgetragen wird und Schiffe weiterhin in einer ausreichenden Fahrrinne verkehren können.

Uferdeckwerke bestehen meistens aus Steinen oder Beton, die den Bereich hin zum Flussbett pflastern. Es wird zwischen einer geschlossenen und offenen Bauweise unterschieden: Bei der geschlossenen Bauweise wird der Uferrand wasserdicht versiegelt. Bei der offenen Bauweise werden grobe Steine lose aufeinandergeschichtet, sodass Regen und Flusswasser immer noch versickern können.

Deich

Blick auf einen Deich, an dem seitlich Retentionsflächen liegen. Quelle S. Possinger

Deiche verlaufen längs von Flüssen oder Küsten. Die künstlich aufgeschüttete Erdmauer, die meist mit Gras bewachsen ist, soll vor Hochwasser schützen. Im Unterschied zu einem Damm stauen Deiche nur in Hochwasserphasen Wasser. Meistens werden sie als Weideflächen für Vieh genutzt.

Deklinante Buhne

Deklinante Buhnen sind mit der Strömung eines Flusses ausgerichtete Querbauwerke. Ihre Köpfe zeigen stromabwärts. Mehr zu Buhnen finden Sie im Glossareintrag "Buhne".

Drainage

Drainagen sind künstlich angelegte Systeme, die der Entwässerung dienen. Im Zusammenhang mit Flüssen dienen sie der Entwässerung von umliegenden Flächen, in denen sich häufig ungewollt Wasser staut. Besonders Deiche werden durch einsickerndes Wasser instabil und müssen durch Rohre und Rinnen, die das überschüssige Wasser gezielt ableiten, geschützt werden.

Durchgängigkeit

Durchlass

Seitlicher Blick auf einen Durchlass, der gleichzeitig als Brücke dient. Quelle Sebastian Kofalk, BfG

Durchlässe beziehungsweise Ökodurchlässe ermöglichen es Tieren sowie dem Gewässer und dessen Sedimente sich ungehindert bewegen zu können. Sie werden vor allem in Rückhaltebecken, die dem Hochwasserschutz dienen, eingebaut. Der Durchlass wird in der Regel mithilfe von Rohren ermöglicht.

Die so geförderte ökologische Durchgängigkeit von Fluss und Tier ist wichtig, damit Gewässern gemäß der EU-Wasserrahmenrichtlinie ein guter ökologischer Zustand zugewiesen werden kann.

Düne

Seichte Dühnen mit Wellenmuster am Ufer der Elbe. Quelle BfG

Dünen können in Wüsten, an Küsten oder in kleinerer Form an und in Flüssen entstehen. In Bezug auf Flüsse heißen sie auch „Transportkörper“ und bestehen aus Sand und/oder Kies. Sie stehen quer zur Strömung und bewegen sich in Strömungsrichtung. Unter „Antidünen“ versteht man Dünen, die gegen die Strömungsrichtung wandern. In älterer Literatur werden Dünen auch häufig als „Bänke“ bezeichnet.

E - F

Echolot

Vogelperspektive auf ein Peilschiff der Elbe. Quelle T. Hildebrandt

Echolote sind Geräte, die in der Schifffahrt verwendet werden, um den Gewässerboden zu erkunden. Hierfür sendet das Gerät Schallwellen aus, die vom Boden reflektiert werden. Auf Basis dieser elektroakustischen Signale können ganze Landkarten der Unterwasserwelt entworfen werden.

Bei der Elbe finden sie auf Peilschiffen vor allem im Bereich der Reststrecke Anwendung, da sich dort die Fahrrinne wegen wandernder Sandbänke immer wieder verändert.

Einzugsgebiet

Vogelperspektive auf die Elbe und einen Seitenarm mit den umliegenden Landflächen. Quelle FGG Elbe

Bei Flüssen umfasst das Einzugsgebiet alle ober- und unterirdischen Gewässer (Kanäle, Altarme, Grundwasser etc.), die im jeweiligen Fluss münden. Oberirdisch wird dieses Gebiet durch landschaftliche Begebenheiten, wie zum Beispiel Berge, geprägt. Unterirdisch hängt es von den Grundwasserströmen ab, die jedoch schwer auszumachen sind. Alle Gegebenheiten eines Einzugsgebietes in Bezug auf Geologie, Geomorphologie, Vegetation und Nutzung werden als „Gebietsmerkmale“ bezeichnet.

Erosion

Ein Gipfel im Sandsteingebirge, der von Bäumen umsäumt ist. Sandsteingebirge in der Sächsischen Schweiz. Quelle FGG Elbe

Mit der Zeit können Gesteinsoberflächen erodieren. Dabei werden sie durch äußere Einflüsse wie Wind, Wasser oder Eis stetig abgetragen. So verändert sich die Landschaft im Großen wie im Kleinen über die Zeit.

Bei der Elbe kann man sowohl Erosion durch Wind als auch durch Wasser beobachten:

  • Das Sandsteingebirge, durch das sich die Elbe streckenweise schlängelt, ist bekannt für die zerpflügten Felsenformationen. Die Bastei entstand durch den Einfluss von Wind, der die feinen Sandkörner des Sandsteins langsam davontrug.

    Detailaufnahme eines Ufers an der Elbe, bei dem Erde weggeschwemmt wurde und ein kleiner Abhang entstanden ist. Erosion des Ufers. Quelle Sebastian Kofalk, BfG

  • Anders als diese großflächige, landschaftliche Erosion, findet die Erosion durch Wasser in der Elbe im Kleinen statt. Hier nagt die Strömung am Boden des Flusses und schwemmt feine und leichte Sedimente davon. So entstehen in der Sohle zunächst Rillen und schließlich tiefe Krater. Es kommt zu einer Sohleneintiefung bzw. einer Sohlerosion. Die Landschaft um den Fluss herum wird dadurch immer seltener von Wasser überspült, der Grundwasserspiegel sinkt. Dies ist vor allem für die Auenlandschaften der Elbe problematisch, da sie so regelrecht austrocknen. Als latente Erosion wird der Zustand bezeichnet, bei dem das Sohlenmaterial ohne Sohlendeckwerk erodieren würde.

Eutrophierung

Gewässer eutrophieren, wenn ihr Nährstoffgehalt zu hoch ist. Auslöser hierfür ist der Mensch. Düngemittel aus der Landwirtschaft sowie Stoffe aus der Industrie und des Verkehrs können zu einem Überschuss an Nitrat und Phosphor führen. Das führt zu einer übermäßigen Vermehrung von Algen, die der Fauna und Flora des Gewässers Sauerstoff und Licht entziehen.

Durch den geringeren Sauerstoff- und Lichtanteil können Tiere und Pflanzen absterben, wodurch sich wiederum die Artenvielfalt verringert. Außerdem können sich im Uferbereich Schaum- oder sogar Schleimberge bilden, die bei der Zersetzung des vielen Phytoplanktons entstehen. Im schlimmsten Fall führt der Sauerstoffmangel zum Kippen des Gewässers. Dies passiert in der Regel bei stehenden Gewässern wie Seen, bei denen kaum Sauerstoff durch Wasserströmung hinzukommt. Ist der See gekippt, stirbt das Leben darin mit der Zeit aus.

Fahrrinne

Die Fahrrinne befindet sich innerhalb des Flussbetts und beschreibt den Bereich, in dem Schiffsverkehr stattfinden kann. Dafür muss sie eine gewisse Breite und Tiefe haben. Bei der Elbe ist die Fahrrinne zwischen 35 und 50 Meter breit. Mit den Maßnahmen des Gesamtkonzeptes Elbe wird eine durchgängige Tiefe von mindestens 1,40 besser 1,60 Metern angestrebt.

Fischaufstiegsanlage, Fischabstiegsanlage

Damit sich wandernde Fische wie Lachse, Störe, Aale oder Neunaugen ungehindert im Fluss bewegen können, benötigen sie an Wasserkraftanlagen oder Wehren Auf- beziehungsweise Abstiegsanlagen. So ist die ökologische Durchgängigkeit des Flusses gewährleistet.

FFH

Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie

1992 erließ die Europäische Union die Richtlinie „92/43/EWG zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen“. In der sogenannten FFH-Richtlinie werden 231 Lebensraumtypen beschrieben, die die EU als schützenswert erachtet.

Ziel ist es, ein großes, zusammenhängendes Naturschutzgebiet in Europa zu schaffen, in dem bedrohte Arten ungestört leben können. Dieses EU-Projekt läuft unter dem Namen Natura 2000.

Flussbett

Das Flussbett beschreibt den Bereich, in dem der Fluss bei Mittelwasser fließt. Das Wasser wird an den Seiten durch das Ufer und unten durch die Sohle – den Gewässergrund – begrenzt.

Flutrinne

Flutrinnen sind Vertiefungen im Boden, in denen sich bei Hochwasser oder Starkregen Wasser sammelt und abfließt. Flutrinnen können auf natürliche Weise bei Hochwasser entstehen und führen zu einer Erosion des Bodens. Die Risse bzw. Rinnen im Boden werden bei jeder Überflutung bzw. jedem Starkregen etwas tiefer und breiter. Dies geschieht vor allem in Hanglagen.

Künstlich angelegte Flutrinnen laufen parallel zu Flüssen und schützen Siedlungen vor Hochwasser. Sie fungieren als breite, begrünte Überlaufbecken.

Fluttor

Fluttore können geöffnet und geschlossen werden, um gezielt vor größeren Wassermassen zu schützen oder Wasser anzustauen. Sie kommen an Flussmündungen ins Meer, an Wehren und an Retentionsflächen vor.

G- H

Geschiebe

EIn Bagger auf einem Frachter schüttet einen hohen Berg aus Sand und Steine in die Elbe. Quelle FGG Elbe

Als Geschiebe wird in Flussbetten all das Material bezeichnet, das an der Flusssohle von der Strömung flussabwärts getragen wird. Dazu gehören Sand, Steine und organisches Material. Gröbere Steine werden dabei durch rollende Bewegungen abgeschliffen, wodurch feine Sandteilchen entstehen können.

Gewässermorphologie

Der Begriff der Gewässermorphologie beschreibt die genaue Gestalt und das Verhalten eines Gewässers. Folgende Komponenten fließen in die Beurteilung und Bestimmung der Morphologie eines Gewässers, beispielsweise eines Flusses, mit ein:

All diese Faktoren beeinflussen Gestalt und Verhalten eines Flusses.

In der Regel ist das Flussbett aufgrund von gebirgigen Lagen an der Quelle und im Oberlauf von Erosion betroffen. Im Mittellauf formt er Mäander aus und im Unterlauf fließt er eher in geraderen Bahnen. Am Flussdelta sammelt sich sein Wasser und fließt ins Meer.

Gewässerschutzstreifen

Zum Schutz von Gewässern vor Schadstoffen oder Erosion müssen in der Landwirtschaft gemäß § 38 Wasserhaushaltsgesetz Schutzstreifen bzw. Randstreifen angelegt werden. Diese dürfen nicht landwirtschaftlich bewirtschaftet werden, Bäume und Sträucher müssen stehen gelassen werden. Außerdem dürfen keine Schadstoffe wie Pestizide zum Einsatz kommen oder Gegenstände, die den Flussstrom behindern oder in ihm fortgetragen werden könnten, gelagert werden.

Jedes Bundesland hat die Möglichkeit, dieses bundesweit geltende Gesetz durch Landesgesetze zu erweitern.

Bis 2020 müssen fünf Prozent aller Agrarflächen derartige Schutz- oder Randstreifen aufweisen. In Form von Wildblumenwiesen fördern sie außerdem die Artenvielfalt innerhalb der landwirtschaftlichen Monokulturen.

Gewässerstruktur

Bei einer Analyse der Gewässerstruktur wird der Zustand des Gewässerbetts, der Sohle, Ufer sowie des Umlands betrachtet. Es sollten möglichst vielfältige Strukturen vorhanden sein, um den Bedürfnissen verschiedener Tier- und Pflanzenarten gerecht zu werden. Große Biodiversität tritt dann auf, wenn sich das Gewässer möglichst eigendynamisch, also ohne einschränkende Stromregelungsmaßnahmen, verhalten kann.

Gewässerstrukturen werden in gewässermorphologische Betrachtungen miteinbezogen.

Gleithang, Gleitufer

Gleitufer und Prallufer

Blick auf einen Gleit- und Prallhang eines seichten Ausläufers der Elbe. Quelle Sebastian Kofalk, BfG

Bei Flussläufen, die sich schlangenartig durch die Landschaft winden, herrschen innerhalb des Flussbetts an den beiden Uferseiten unterschiedlich starke Strömungen.

  • Prallufer: In Außenkurven ist die Strömung stärker als in Innenkurven. Daher werden kontinuierlich Sand und Gestein vom außen liegenden Uferbereich weggeschwemmt. Die Böschung wird mit der Zeit immer mehr unterspült, bis sie irgendwann abbricht und der Prozess von vorne beginnt.
  • Gleitufer: Bei dem Ufer der gegenüberliegenden Innenkurve verhält es sich genau umgekehrt. Hier ist die Strömung langsamer, sodass sich Geschiebe ansammeln kann. Das entstehende Gleitufer wird auch als „Nährufer“ bezeichnet.

Der natürliche Entstehungsprozess von Prall- und Gleitufern führt nicht nur zum flusstypischen Mäandern, sondern auch zu Altarmen und Altwassern. Die Gewässerstruktur wird dadurch sehr vielfältig.

Um stark bebauten und eingeengten Flüssen ihre Eigendynamik zurückzugeben, können beispielsweise Strömungslenker eingesetzt werden.

Habitat

Altwasser im Biosphärenreservat Mittelelbe ist Lebenraum vieler unterschiedlicher Tier- und Pflanzenarten. Quelle Andrea Winger

In Habitaten leben bestimmte Tier- und Pflanzenarten. Zum Schutz seltener Arten hat die EU die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie erlassen.

Habitate sind Teile von Biotopen. Viele Biotope bilden wiederum eine Biosphäre. Um die Hierarchie zu verdeutlichen, können Habitate als Stadt, Biotope als Land und eine Biosphäre als Kontinent verstanden werden.

Hangrinne

Vergleiche Flutrinne

Hartholzaue

Vergleiche Aue

Hochwasser

Ein Gewässer führt Hochwasser, wenn der Wasserstand oder der Durchfluss einen bestimmten Wert (Schwellenwert) erreicht oder überschritten hat. Es bezeichnet somit die zeitlich begrenzte Überschwemmung von normalerweise nicht mit Wasser bedecktem Land.

Vergleiche auch Wasserstand.

Hochwasserrisiko

An einer gelben Hausmauer sind die Pegelstände verschiedener Hochwasser der Elbe verzeichnet. Quelle Manfred Simon

Das Hochwasserrisiko beschreibt die Wahrscheinlichkeit von Hochwasserereignissen in einer bestimmten Region innerhalb eines definierten Zeitraums sowie den dadurch möglichen Schaden.

Die Eintrittswahrscheinlichkeit von Hochwasserereignissen wird statistisch errechnet und gliedert sich in drei Kategorien:

  • Selten, da sehr extrem: einmal in 200 Jahren
  • Mittel: einmal in 100 Jahren
  • Häufig: alle 5, 10 oder 20 Jahre

Wie groß der Schaden jeweils wäre, ergibt sich aus der Menge und dem Wert von betroffenen Gebäuden, Infrastrukturen und Sachgegenständen.

Hochwasserrisikomanagement

Das Hochwasserschutztor ist geschlossen, da der Platz am Kongresszentrum in Dresden teilweise überflutet ist. Quelle FGG Elbe

Mithilfe der Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie der Europäischen Union (HWRM-RL) sollen Hochwasserereignisse im Vorhinein möglichst verhindert und währenddessen sowie im Nachgang besser bewältigt werden. Bis 2015 hatte Deutschland daher eigene Pläne für Risikogebiete erstellt, in denen Maßnahmen im Sinne der (HWRM-RL) definiert wurden. Die Gebiete, in denen Hochwasserrisiko herrscht, können in einem Geoportal eingesehen werden.

Die Hochwasserschutzpläne für die Elbe und ihr Einzugsgebiet flossen in das Gesamtkonzept Elbe mit ein.

Hochwasserschutzwand

Zum Schutz vor Hochwasser werden stationäre sowie mobile Wände verwendet. Sie bestehen meist aus Dammbalkensystemen.

Hydraulik

In der Hydraulik wird das Fließverhalten von Flüssigkeiten oder Gewässern untersucht.

I - K

Immission

Immissionen sind Verschmutzungen der Umwelt, die sich negativ auf Lebewesen oder Gegenstände, z. B. Häuser, auswirken. Sie gelangen in Form von Emissionen in den Boden, die Luft oder Gewässer. Wenn sie dann von Lebewesen aufgenommen werden bzw. auf diese einwirken, werden die Emissionen als Immissionen bezeichnet.

Ingenieurbiologie

Blick af eine Buhne, die aus Sand, Totholz und Büschen besteht. Quelle BfG

In der Ingenieurbiologie werden mithilfe von organischen Materialien Landschaftsbereiche vor schädlichen, äußeren Einflüssen geschützt, beispielsweise vor übermäßiger Erosion. Holz, Pflanzen, Steine, Schlamm und andere natürliche Materialien schonen die Natur und fügen sich besser in Ökosysteme ein als Stahl oder Beton.

Bauwerke der Ingenieurbiologie werden meistens zum Schutz von Hängen, Böschungen und Ufern errichtet. Aber sie finden auch in Form von Buhnen oder Inseln in Flüssen Verwendung.

Inklinante Buhne

Inklinante Buhnen sind gegen die Strömung eines Flusses ausgerichtete Querbauwerke. Ihre Köpfe zeigen stromaufwärts.

Invasive Arten

Eine Art ist dann invasiv, wenn sie übermäßig in einem Gebiet vorkommt und sich dadurch negativ auf ihre Umwelt auswirkt. Andere Arten werden durch invasive Arten verdrängt, wodurch die Biodiversität abnimmt.

Invasive Arten gehören zu den sogenannten Neophyten bzw. Neozoen.

Käfermeiler

Da aufgrund intensiver Forstwirtschaft die Artenvielfalt in deutschen Wäldern schwindet, müssen künstliche Lebensräume geschaffen werden. Hier leisten Käfermeiler einen wichtigen Beitrag. Sie werden beispielsweise an alten Baumstümpfen von Eichen angelegt und schenken den seltener werdenden Hirschkäfern und Eichenböcken einen neuen Lebensraum. Die Larven des Hirschkäfers sind nur in verrottendem, unbehandeltem Holz überlebensfähig, weshalb an den Baumstümpfen Tot- und Wurzelholz pyramidenförmig aufgeschichtet wird.

Kerbbuhne

Vergleiche Buhne

Knickbuhne

Vergleiche Buhne

Kieselalge

Vergleiche Diatomeen

Kolk

Kolke befinden sich am Grund von Gewässern. Sie entstehen, wenn die Strömung auf ein Hindernis am Grund stößt, beispielsweise einen Stein oder auch einen Brückenpfeiler. Das Hindernis wird umströmt und bildet in Fließrichtung eine Mulde am Fuße des Steins oder Pfeilers.

Kolke können teilweise so groß werden, dass sie ganze Seen bilden. Um weitere Eintiefungen zu verhindern, können Kolke gefüllt werden. Diese Füllungen heißen Kolkverfüllung, Kolkverbau oder Kolkabdeckung. Ein Kolkschutz ist eine Schutzschicht, die verhindern kann, dass Kolke entstehen.

L - N

Laich

Als Laich werden die befruchteten, von einer Gallerthülle umgebene Eizellen von Fischen, Amphibien und Wasserschnecken bezeichnet, die im Gewässer abgelegt werden. Sie befinden sich entweder in kleinen Mulden am Gewässergrund oder an Wasserpflanzen.

Längsbauwerke

Blick auf den Rücken eines Längsbauwerks an der Elbe. Rechts und links davon fließt das Wasser. Quelle Sebastian Kofalk, BfG

Längsbauwerke an Flüssen, auch Parallelwerke genannt, verlaufen parallel zum Gewässer, sind also in Fließrichtung ausgerichtete Regelungsbauwerke. Sie können unterschiedliche Zwecke erfüllen. In Form von Dämmen und Leitwerken engen sie den Fluss auf ein gerades Bett ein und erhöhen so den Wasserstand. Außerdem werden so die Ufer vor den Wellen des Schiffsverkehrs geschützt. Deiche in den Auenflächen dienen wiederum dem Hochwasserschutz.

Lebensraumtyp (LRT)

Ein Lebensraumtyp beschreibt einen bestimmten Lebensraum, in dem gewisse Tiere und Pflanzen in der Regel vorkommen. Die 231 Lebensraumtypen werden in der europäischen Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie definiert und beschreiben seltene und daher besonders schützenswerte Lebensräume.

Entlang der Binnenelbe gibt es insgesamt sieben Lebensraumtypen:

  • Eutrophe Seen (LRT 3150) und Altwässer entstehen bei Überschwemmungen der Auen. In ihnen wachsen zahlreiche Pflanzen wie Laichkraut und Seerosen. Dort leben unter anderem Hechte, Drosselrohrsänger, Eisvögel, Libellen und Amphibien.
  • Schlammbänke (LRT 3270) befinden sich an Prall- und Gleithängen des Flusses. Dort leben unter anderem Wasserspitzmäuse, Flussuferläufer und Schwebfliegen.
  • Feuchte Hochstaudenflure (LRT 6430) bieten Vögeln wie dem Braunkehlchen, Feldschwirl und der Rohrammer, aber auch Schmetterlingen, Spinnen und Heuschrecken einen Lebensraum. Die Stauden wachsen am höheren Uferbereich des Flusses.
  • Brenndolden-Auenwiesen (LRT 6440) sind sehr selten in Deutschland und zeichnen sich dadurch aus, dass sie wenige Monate im Jahr überflutet sind und im Sommer stark austrocknen. Dort leben unter anderem Wachtelkönige, Tüpfelrallen, Kiebitze und zahlreiche Insekten.
  • Flachland-Mähwiesen (LRT 6510) machen einen Großteil der Grünflächen der Auen aus und werden etwa einmal im Jahr gemäht. Unterschiedlich hohe Gräser, Stauden und Kräuter bieten unter anderem Rebhühnern, Wachteln und Feldlerchen Schutz.
  • Weichholzauenwälder (LRT 91E0*) bestehen aus Erlen, Eschen und Weiden.
  • Hartholzauenwälder (LRT 91F0) bestehen aus Eichen und Ulmen.

Die folgenden Grafiken zeigen einen Querschnitt der einzelnen Lebensraumtypen. Die gestrichelten Linien beschreiben unterschiedlich hohe Wasserstände (HHW: Hoch-Hochwasser, HW: Hochwasser, MW: Mittelwasser, NW: Niedrigwasser):

Grafik zeigt schematisch im Querschnitt die Lage von Gewässer- und Grünlandlebensraumtypen relativ zum Geländeprofil und verschiedenen Wasserständen. Lebensraumtypen der Aue als Kulturlandschaft

Grafik zeigt schematisch im Querschnitt die Lage von Gewässer- und Waldlebensraumtypen relativ zum Geländeprofil und verschiedenen Wasserständen. Lebensraumtypen der Aue als Naturlandschaft

Leitwerk

Ein Leitwerk ist ein dammartiges Bauwerk, das entlang eines Flusses verläuft. Es begradigt das Ufer und engt das Flussbett ein, wodurch sich der Wasserstand erhöht. Auf diese Weise kann der Schiffsverkehr auch zu Zeiten von Niedrigwasser fahren. Leitwerke zählen zu den Längsbauwerken der Stromregelung.

LRT

Abkürzung für Lebensraumtyp

Mäander

Blick auf einen seichten Ausläufer der Elbe, der sich durch die Auen schlängelt. Quelle Sebastian Kofalk, BfG

Mäander sind Flussschlingen, die auf natürliche Weise im Bereich des Mittellaufs eines Flusses entstanden sind. Wie stark sich das Flussbett schlängelt, hängt vom Gefälle des Flussgrunds sowie der Menge des transportierten Geschiebes ab. Je flacher die Sohle und je mehr Geschiebe vorhanden ist, desto besser kann der Fluss mäandrieren.

Die Schlingen entstehen, indem das Geschiebe in den Außenkurven Sedimente vom Ufer abtragen (wird als Prallufer bezeichnet) und auf der gegenüberliegenden Innenkurve anlagern (wird als Gleitufer bezeichnet). Die Ausbildung der Gleit- und Prallufer kann so stark ausfallen, dass sich eine kreisförmige Flussschlinge bildet.

Wenn durch die beständige Erosion das dazwischenliegende Uferstück abgeschwemmt wird und es zum Durchbruch kommt, kann der Fluss wieder auf direktem Weg fließen. Gegebenenfalls verlandet die Flussschlinge dann mit der Zeit und wird zu einem Altarm.

Makrozoobenthos

Als Makrozoobenthos werden alle Tiere bezeichnet, die am Boden eines Gewässers leben und mit bloßem Auge zu erkennen sind. Dazu gehören Schwämme, Krebse, Muscheln oder auch Insektenlarven.

Makrophyten

Als Makrophyten werden alle See- oder Flusspflanzen bezeichnet, die mit dem bloßen Auge als Einzelpflanze erkennbar sind. Dazu gehören höhere Wasserpflanzen, Moose und Armleuchteralgen. Makrophyten werden von den Mikrophyten unterschieden, die nur noch mit einer Lupe oder einem Mikroskop zu sehen sind.

Massengut

Massengüter sind Waren, die nicht nach Stückzahl gemessen werden (Stückgut), sondern nach Gewicht und Volumen. Darunter fallen in Säcke verpackte oder unverpackte sowie flüssige oder trockene Schüttgüter. Als Beispiele können Kohle, Getreide oder Mineralöl genannt werden. Im Transportwesen werden Massengüter auch als Bulkware bezeichnet.

Mittellauf

Der Mittellauf eines Flusses befindet sich zwischen dem quellnahen Oberlauf und dem mündungsnahen Unterlauf.

Im Mittellauf ist das Gefälle des Flussgrunds relativ flach, weshalb die Strömung nachlässt und überwiegend Sand als Geschiebe mitgeführt werden kann. Sofern der Fluss nicht durch Bauwerke gelenkt wird, können hier Mäander entstehen.

Mittelwasser

Natura 2000

Die Natura 2000 ist ein Netz aus Schutzgebieten in Europa, das 1992 von der EU ins Leben gerufen wurde. Ziel ist es, wildlebende, seltene Tier- und Pflanzenarten zu schützen und deren Lebensräume zu erhalten.

Zu den Natura 2000-Gebieten gehören Fauna-Flora-Habitate und Vogelschutzgebiete. Derzeit macht es etwa 20 Prozent der Flächen der Europäischen Union aus.

Mehr Informationen hierzu gibt das Bundesumweltministerium.

Neophythen

Neophyten sind alle Pflanzenarten, die nach 1492 bewusst oder unbewusst nach Deutschland eingeführt wurden. Sie stellen den Gegensatz zu indigenen Arten dar, die es bereits seit der letzten Eiszeit in Deutschland gab.

Neophyten können sehr invasiv sein.

Neozoen

Neozoen sind alle Tierarten, die nach 1492 bewusst oder unbewusst nach Deutschland eingeführt wurden. Sie stellen den Gegensatz zu indigenen Arten dar, die es bereits seit der letzten Eiszeit in Deutschland gab.

Neozoen können sehr invasiv sein.

Niedrigwasser

O - R

Oberflächenwasserkörper

Laut europäischer Wasserrahmenrichtlinie ist ein Oberflächenwasserkörper ein „einheitlicher und bedeutender Abschnitt“ eines Gewässers, der an der Erdoberfläche zu sehen ist. Darunter fallen zum Beispiel Seen, Flüsse, Kanäle und Stauseen. Einheitlich ist der Oberflächenwasserkörper dann, wenn seine Bestandteile den gleichen ökologischen Zustand und Gewässertyp (Fluss, See etc.) aufweisen. Den Gewässern der EU sind spezifische Oberflächenwasserkörper-Nummern zugewiesen. So sind sie in Größe und Zusammensetzung genau abgesteckt, was ihre Zustandsanalyse über die Zeit vereinfacht.

Oberlauf

Als Oberlauf wird der Teil eines Flusses bezeichnet, der sich in der Nähe der Quelle befindet. Dieser hat meistens ein stärkeres Gefälle als der Mittel- und Unterlauf, weshalb auch schweres Geschiebe von der Strömung transportiert werden kann. So kann es zu einer stark ausgeprägten Erosion kommen.

Ökologische Durchgängigkeit

Fließgewässer sind dann ökologisch durchgängig, wenn sich deren Tiere und Sedimente ungehindert fortbewegen können. Querbauwerke können insbesondere Fische, aber auch Makrozoobenthos in ihrem Wanderverhalten beeinträchtigen.

Die ökologische Durchgängigkeit ist wichtig, damit Gewässern gemäß der EU-Wasserrahmenrichtlinie ein guter ökologischer Zustand zugewiesen werden kann.

Parallelwerk

Phytobenthos

Unter die sogenannten Phytobenthos fallen alle Algen, die sich an der Sohle eines Gewässers befinden und angeheftet an andere Pflanzen oder Materialien wachsen. Hierunter fallen zum Beispiel:

  • Kieselalgen
  • Blaualgen
  • Grünalgen
  • Zieralgen
  • Rotalgen
  • Braunalgen
  • Goldalgen.

Phytoplankton

Phytoplankton sind einzellige Pflanzen in Gewässern. Sie benötigen zum Überleben Licht, Kohlenstoffdioxid und Wasser. Bei der Photosynthese erzeugen sie als Abfallprodukt Sauerstoff.

Polder

Polder sind tiefliegende Graslandflächen in der Nähe von Meeren und Flüssen, die bei Hochwasser geflutet werden. Deiche trennen sie vom Fluss und umliegenden, bewirtschafteten Flächen. Da Polder, auch Koog genannt, zum Abschwächen von Hochwassern dienen, dürfen sie nicht bebaut werden.

Prallhang, Prallufer

Querbauwerke

Querbauwerke sind quer zur Strömung im Flussbett liegende Regelungsbauwerke. Als stromregelnde Elemente dienen sie insbesondere dem

  • Stauen von Wasser,
  • Vereinheitlichen und Einengen der Streichlinie
  • und Stabilisieren der Sohle, um Erosion entgegenzuwirken.

Beispiele von Querbauwerken sind Wehre, Buhnen, Sohlschwellen, Sperrwerke, Dämme, Talsperren und Strömungslenker.

Rechenanlage

Zu sehen ist eine Rechenanlage von schräg oben. Quelle FGG Elbe

Rechen sind Teil von Kläranlagen. Sie helfen dabei, grobes Material aus dem Abwasser herauszuholen. Das Material wird als Rechengut bezeichnet.

Regelungsbauwerke

Zu den Regelungsbauwerken zählen alle Bauwerke, die Flüsse oder Küstengewässer in ihrem Verhalten beeinflussen. In der Regel sollen sie die Bedingungen für den Schiffsverkehr verbessern oder vor Hochwasser schützen, indem sie Sohle und/oder Ufer sichern.

Regelungsbauwerke können quer oder längs zum Gewässer angelegt werden.

Retentionsflächen

Als Retentionsflächen werden Gebiete in der Nähe von fließenden Gewässern bezeichnet, die dem Hochwasserschutz dienen. Sie liegen tiefer als das Flussbett, weshalb sie bei Hochwasser volllaufen können und so die Hochwasserwelle verringern und verlangsamen.
Je größer und ebener die Überschwemmungsfläche ist, desto besser kann sie überschüssiges Wasser aufnehmen.

Solche Flächen können auf natürliche Weise entstehen oder vom Menschen angelegt und der Wasserabfluss geregelt werden (zum Beispiel in Form von Rückhaltebecken).

Rezente Aue

Die rezente Aue ist die Aue, die regelmäßig überschwemmt wird.

Vergleiche auch Retentionsflächen

Rückhaltebecken

Rückhaltebecken dienen dem Hochwasserschutz und werden künstlich in der Nähe von Flüssen angelegt. Wann sie überschüssiges Wasser aufnehmen oder wieder in den Fluss abgeben, kann vom Menschen geregelt werden.

Rückstauklappe

Rückstauklappen kommen in Rohren zum Einsatz, um bei Hochwasserereignissen zu verhindern, dass das Wasser in den Rohrleitungen in Gebäude zurückgespült wird. Besonders in Kellern kann es zu solchen Rückstauschäden kommen.

S

Saprobie

Saprobie ist ein Maß, mit dem bestimmt wird, in welchem Ausmaß organisches Material in einem Fluss abgebaut wird. Bei der Verrottung wird dem Wasser Sauerstoff entzogen, weshalb sich eine hohe Saprobie negativ auf den Sauerstoffgehalt des Flusses auswirkt.

Sediment

Sedimente sind Erd- und Gesteinsschichten, die sich aus unterschiedlichen organischen und anorganischen (also mineralischen) Stoffen zusammensetzen. In der Gewässermorphologie werden unter dem Begriff „Sediment“ transportierte und abgelagerte Feststoffe verstanden. Der Vorgang, bei dem sich Feststoffe in einem Gewässer ablagern, heißt Sedimentation.

Siel

Ein Siel ist ein Tor in einem Deich, das sich entsprechend der Wasserstände eines Flusses öffnet oder schließt. In der Regel schließt sich ein Siel, wenn der Wasserdruck aus Richtung des Meeres größer ist als der Wasserdruck auf der Binnenseite. Somit öffnet es sich wieder, wenn der Wasserdruck des Binnenflusses steigt.

Sohle

Die Sohle beschreibt den Boden eines Gewässers. Sie kann in ihrer Struktur sehr unterschiedlich sein (zum Beispiel eben, erodiert mit tiefen Kratern oder hügelig) und ihrer Umgebung entsprechend ein mehr oder weniger ausgeprägtes Neigungsgefälle („Sohlengefälle“) haben.

Sohlschwellen

Sohlschwellen sind stromregelnde Querbauwerke in einem fließenden Gewässer, die die Sohle vor Erosion schützen. Sie bestehen meistens aus aufgeschütteten Steinen oder Beton. Da sie für Flusslebewesen kaum zu überwinden sind, werden sie zu Sohlenstufen, Sohlenrampen oder Sohlgleiten umgebaut. Sohlgleiten sind wie Sohlschwellen, aber haben eine schwächere Steigung. So verbessert sich die ökologische Durchgängigkeit des Flusses. Außerdem wird vermehrt darauf geachtet, organische Materialien wie Holz für den Bau der Schwellen zu nutzen.

Soll-Konzept

Das Soll-Konzept ist Teil des Gesamtkonzeptes Elbe und war ein Zwischenschritt in der Erarbeitung der Maßnahmenoptionen. In der Broschüre zum Gesamtkonzept Elbe wird es auch als „Handlungsrahmen“ oder „Leitlinie“ bezeichnet. Es ist das Konzept, das hinter den 55 Maßnahmenoptionen steckt. Alle Maßnahmen sollen auf dieses Konzept einzahlen. Es beschreibt die Aufgaben und Ziele der Themenfelder, denen sich die Maßnahmen zuordnen lassen.

Sperrwerk

Sperrwerke sind stromregelnde Querbauwerke in Tideflüssen. Da der Wasserstand von Flüssen im Bereich der Tide stark von den Gezeiten des Meeres abhängt, helfen Sperrwerke dabei, den Wasserstand durch Schließen und Öffnen von Toren stabil zu halten. So können Schiffe auch zu Zeiten von Ebbe noch fahren. Mögliche Hochwasser werden durch Schließen der Tore verhindert.

Staudamm

Vergleiche Damm

Staustufe

Vergleiche Wehr

Stöpe

Eine Stöpe ist eine verschließbare Öffnung im Deich. Sie dient als Durchgang für Straßenverkehrsteilnehmer. Bei Hochwasser wird der Durchgang mithilfe von Balken oder Sandsäcken verschlossen, damit der Hochwasserschutz gewährleistet ist.

Streichlinie

Im Falle eines fließenden Gewässers beschreibt die Streichlinie (auch „Leitlinie“ genannt) die seitliche Begrenzung eines Flusses. Die beiden Streichlinien schließen den Teil des Flusses ein, der relevant für den Durchfluss ist. Gibt es beispielsweise Buhnen, ist die Streichlinie die gedachte Verbindungslinie der Buhnenköpfe.

Strömungslenker

Um begradigte Flüsse wieder naturnaher zu gestalten und so der europäischen Wasserrahmenrichtlinie zu entsprechen, können in ihnen Strömungslenker zum Einsatz kommen. Sie dienen dem Zweck, das natürliche Mäandrieren des Flusses wiederherzustellen. Die Strömungslenker, die im besten Falle aus Totholz bestehen und in ihrem Aufbau einer Buhne entsprechen, werden hierfür im Zickzack an den beiden Uferseiten angebracht. Die Strömung sorgt so mit der Zeit für eine natürliche Erosion der Uferhänge, wodurch Gleit- und Prallufer entstehen.

Strömungslenker sind eine naturnahe und daher begrüßenswerte Alternative zum Einsatz von Baggern, die das Mäandern künstlich durch Aufschüttungen und Sedimententnahmen erzielen.

Stromtalwiesen

Vergleiche Aue

T - Z

Talsperre

Erhöhter Blick von schräg vorne auf die Gottleuba Talsperre. Quelle FGG Elbe

Eine Talsperre ist ein Querbauwerk, in dem das Wasser eines Flusses angestaut wird. Der Fluss tritt hierbei – im Gegensatz zu einem Wehr – über seine Ufer und wird von den umliegenden Bergen sowie einer Staumauer gehalten. Über verschließbare Tore in der Staumauer kann das Wasser bei Bedarf gezielt abgelassen werden.

Talsperren dienen unter anderem:

  • als Wasserkraftwerk zur Energiegewinnung
  • als Trinkwasserspeicher oder Wasserspeicher für Industrie und Landwirtschaft
  • dem Hochwasserschutz

der Schifffahrt.

Uferrehnen

Bei Uferrehnen handelt es sich um natürlich entstandene Ablagerungen von Sedimenten im Uferbereich eines Flusses. Diese entstehen vor allem während Hochwasserphasen, bei denen große Mengen an Sand und Gestein angespült werden.

Das Flussbett kann aufgrund der Uferrehnen größere Mengen an Wasser transportieren, da das Wasser nicht mehr so schnell über die Ufer treten kann wie vorher. Dadurch erhöht sich einerseits die Fließgeschwindigkeit des Flusses, was wiederum eine Erosion der Sohle begünstigt. Andererseits werden die Auen seltener überströmt, wodurch Flora und Fauna weniger Wasser zur Verfügung steht und sie schlimmstenfalls austrocknen.

Ufersicherung

Ufer wird durch schwere Geröllsteine befestigt. Quelle Sebastian Kofalk

Durch den Wellenschlag des Schiffsverkehrs können Ufer von Flüssen Schaden nehmen. Mit der Zeit brechen Teile weg – sie erodieren. Um dies zu verhindern, sind Ufersicherungen nötig (vergleiche Uferdeckwerk). Die Materialien hierfür können ein Ufer entweder komplett versiegeln, also undurchlässig für Wasser und Pflanzenwuchs machen, oder locker bedecken und dennoch Stabilität bieten. Materialien wie Steine, Zement und Holz kommen zum Einsatz.

Entsprechend den Vorgaben der europäischen Wasserrahmenrichtlinie werden viele Ufersicherungen aus ökologischen Gründen überholt. Hierfür werden versiegelte Uferflächen geöffnet und durch umweltfreundliche Sicherungen aus dem Bereich der Ingenieurbiologie ersetzt. Tiere und Pflanzen finden so wieder einen bewohnbaren Lebensraum vor und die Wasserqualität verbessert sich.

Umweltqualitätsnormen (UQN)

Umweltqualitätsnormen bestimmen die Grenzwerte bestimmter Schadstoffe beziehungsweise Schadstoffgruppen, die sich in Böden, Gewässern und Lebewesen befinden dürfen. Diese Grenzen dürfen aus gesundheitlichen Gründen nicht überschritten werden. Die Umweltqualitätsnormen gelten in allen Staaten der Europäischen Union.

Seit 2018 sind in der entsprechenden EU-Richtlinie 45 prioritäre Stoffe gelistet, die als besonders schädlich eingestuft wurden. Der Grenzwert von Nitrat wird in einer eigenen Richtlinie gesondert gehandelt und liegt derzeit bei 50 mg pro Liter.

Sobald einer der Grenzwerte der prioritären Stoffe überschritten wird, beispielsweise in einem Fluss, wird sein chemischer Zustand als „nicht gut“ eingestuft. Dies hat zur Folge, dass er auch in ökologischer Hinsicht einen unbefriedigenden Zustand aufweist.

Derzeit befinden sich alle Oberflächenwasserkörper der Elbe in einem unbefriedigenden ökologischen und nicht guten chemischen Zustand (vergleiche hierzu die Ist-Analyse zur Wasserwirtschaft). Gemäß der Wasserrahmenrichtlinie der EU muss die Elbe bis 2027 in einem ökologisch und chemisch guten Zustand sein.

Unterlauf

Als Unterlauf wird der Abschnitt eines Flusses bezeichnet, der sich in der Nähe der Mündung in einen See oder ein Meer befindet. Dieser Bereich hat noch weniger Gefälle als der Mittellauf, weshalb sich Sedimente noch stärker ablagern können. Es können ganze Sandbänke entstehen.

Verlandung

Verlandung tritt in stehenden Gewässern auf. In ihnen reichert sich über die Zeit organisches Material an, zum Beispiel Sediment, das zu einer Inselbildung oder Austrocknung des Gewässers führen kann. Besonders betroffen sind stark eutrophe Seen oder Altwasser, da dort in relativ kurzer Zeit viele Pflanzen absterben. Das Gewässer wird dadurch immer flacher und verschwindet gegebenenfalls vollkommen.

Wasserrahmenrichtlinie der EU

Die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union haben sich im Jahr 2000 dazu verpflichtet, ihre Gewässer bis 2027 in einen guten bis sehr guten ökologischen Zustand zu versetzen. Anlass für den Erlass der Wasserrahmenrichtlinie war der schlechte ökologische Zustand, in dem sich eine Großzahl an Gewässern befanden. Die wichtigsten Ursachen für die Mängel sind:

  • Verschmutzung durch Industrie, Landwirtschaft und Kommunen
  • Bau von Querbauwerken, die die Durchgängigkeit des Gewässers behindern
  • Begradigungen von Flüssen und Abtrennen von Altarmen
  • Versiegelung von Ufern
  • Entziehen von Wasser für andere Zwecke
  • Bebauung des Einzugsgebietes von Flüssen

Jeder EU-Staat führte zunächst eine Bestandsanalyse seiner Gewässer durch, auf dessen Basis Maßnahmen zum Erreichen des EU-Ziels definiert wurden. Alle sechs Jahre wird der Fortschritt ihrer Umsetzung analysiert. In Deutschland ist hierfür das Bundesumweltministerium beziehungsweise das Umweltbundesamt verantwortlich. Bei einer Zwischenbilanz von 2015 zeigte sich, dass sich 82 Prozent der Oberflächengewässer und 36 Prozent des Grundwassers nach wie vor in einem schlechten Zustand befinden.

Einen guten ökologischen Zustand haben Gewässer dann, wenn

  • in ihnen viele, für sie typische wirbellose Tiere (Makrozoobenthos), Wasserpflanzen (Makrophyten), Algen (Phytobenthos, Phytoplankton) und Fische leben;
  • ihre Wasserqualität geringe Schadstoff- und Nährstoffbelastungen aufweisen, die den Umweltqualitätsnormen der EU (UQN) entsprechen;
  • sie möglichst ohne menschliche Eingriffe fließen können, also zum Beispiel kaum Begradigungen oder Staustellen aufweisen.

Das Gesamtkonzept Elbe fußt auf der Wasserrahmenrichtlinie und hat für die deutsche Binnenelbe weitere Ziele und Maßnahmenoptionen bestimmt. Die Binnenelbe weist bis dato einen unbefriedigenden Zustand auf. Mit den Maßnahmen des Gesamtkonzept Elbe soll sich das bis spätestens 2027 geändert haben.

Ausführliche Informationen zur Wasserrahmenrichtlinie finden Sie auf der Website des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit.

Wasserstand

An einer Pegellatte an der Ufermauer der Elbe sind unterschiedliche Wasserstände verzeichnet. Quelle FGG Elbe

Der Wasserstand markiert die Höhe eines künstlichen oder natürlichen Gewässers. Es wird zwischen verschiedenen Wasserständen unterschieden:

Die jeweiligen Wasserstände werden für ein Gewässer klar definiert. Sie orientieren sich am Meeresspiegel, der als Nullwert dient, sowie an der Tiefe der Sohle und spezifischen Markern in der Gewässerumgebung (zum Beispiel Deichen).

In der Gewässerkunde werden neben den Wasserständen auch die Abflussmengen des Wassers in einem bestimmten Gewässerabschnitt beobachtet.

Die Bundesanstalt für Gewässerkunde informiert in ihrem Portal über die aktuellen Wasserstände der Bundeswasserstraßen in Deutschland.

Wehr

Von oben sind ein Wehr und eine Schleuse an der Elbe der zusehen. Quelle FGG Elbe

Wehre sind Querbauwerke, die das Wasser an bestimmten Stellen in einem Fluss stauen sollen. Das angestaute Wasser tritt dabei nicht über die Ufer, sondern füllt das Flussbett auf. Es strömt entweder durch vorhandene Öffnungen hindurch oder über das Wehr hinweg (es entstehen kleine Wasserfälle) oder unter dem Wehr hindurch. So kann die Durchgängigkeit des Gewässers und der darin lebenden Tiere gewahrt werden.

Wehre können sehr unterschiedliche Ausführungen aufweisen, je nachdem, aus welchen Gründen sie angelegt wurden und wie stark das Wasser angestaut werden soll. Oft werden sie zusammen mit Dämmen angelegt. Es wird zwischen beweglichen und festen Wehren unterschieden. Bewegliche Wehre verfügen im Gegensatz zu festen Wehren über Tore, die verschlossen werden können. So kann das Wasser gezielter angestaut oder abgelassen werden.

Weichholzaue

Vergleiche Aue

Zwischenfrucht

In der Feldbewirtschaftung werden zwischen den Hauptfrüchten, beispielsweise Mais oder Weizen, aus ökologischen Gründen Zwischenfrüchte angesät. Sie verbessern die Qualität des Bodens, sodass er die nächste Hauptfrucht besser versorgen kann. Hierfür speichert sie Stickstoff aus der Luft in ihren Wurzeln, welcher der nächsten Saat als natürlicher Dünger dient. Die eigentliche Frucht wird dann gerne als Tierfutter genutzt.

Klassische Zwischenfrüchte sind zum Beispiel:

Letzte Änderung: 12.10.21