Projektseite Gesamtkonzept Elbe

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Hintergrund
Quelle: BfG

Zustand des Verkehrs

Die Elbe ist eine wichtige deutsche und europäische Wasserstraße. Sie verbindet die Wirtschaftszentren in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Berlin, Brandenburg, Thüringen und Tschechien mit dem Hafen Hamburg und dem deutschen Binnenwasserstraßennetz.

Anbindung der Elbe an andere Verkehrsnetze

Die Elbe ist Bestandteil des transeuropäischen Verkehrsnetzes (TEN-T Core Network). Sie gehört zum TEN-T-Korridor „Orient/East - Med“ und kreuzt den TEN-T-Korridor „North Sea - Baltic“. Für die Tschechische Republik ist die Elbe der einzige Zugang zum europäischen Wasserstraßennetz. Entscheidend für den Gütertransport ist dabei nicht nur die gute Anbindung der Elbe an andere Wasserstraßen, sondern vor allem an den Straßen- und Schienenverkehr. Die im Rahmen des Gesamtkonzeptes Elbe erstellte Ist-Aufnahme zur verkehrlichen Nutzung des Flusses und seiner Kanäle von 2015 zeigt, dass die Binnenelbe hier gut aufgestellt ist:

  • 5 von 10 Häfen verfügen über einen direkten Autobahnanschluss.
  • 8 von 10 Häfen besitzen einen direkten Bahnanschluss.
  • An allen Häfen können Container und Massengüter in andere Transportmittel wie Züge und Lastwagen verladen werden.

Der Vorteil: Unternehmen können so ihre Güter flexibel auf allen drei Verkehrswegen transportieren. Das spart nicht nur Geld, sondern schützt auch vor Lieferengpässen, die durch Streckenbehinderungen zu Land oder im Wasser entstehen können. Die Mischung an Verkehrsmitteln gewährleistet eine zuverlässige und flächendeckende Versorgung zu wettbewerbsfähigen Preisen.

Knotenpunkt Magdeburg

Die zehn in der Ist-Aufnahme untersuchten Häfen sind Dresden, Riesa, Mühlberg, Torgau, Lutherstadt Wittenberg, Roßlau, Aken, Magdeburg, Arneburg und Wittenberge. Dabei nimmt der Hafen Magdeburg eine Sonderposition ein.

85 Prozent aller auf der Binnenelbe transportierten Güter werden in Magdeburg in ein anderes Verkehrsmittel verladen. Grund hierfür ist die zentrale Lage des Hafens und das Wasserstraßenkreuz Magdeburg mit der Anbindung an Mittellandkanal und Elbe-Havel-Kanal. Außerdem hat der Hafen einen direkten Anschluss an das Autobahn- und Schienennetz. Bei den verladenen Waren handelt es sich vorwiegend um Massengüter, aber auch um Schwerlasten und Sperrgut wie Generatoren oder Teile von Windkraftanalagen.

Flussabwärts Richtung Geesthacht werden nur sehr wenige Güter auf andere Verkehrsmittel umgeladen. Die Containerschiffe sind hier vor allem auf der Durchreise nach Hamburg oder in andere angeschlossene Kanäle. Flussaufwärts Richtung Tschechien befinden sich weitere wichtige Häfen der Binnenelbe, zum Beispiel in Dresden, Mühlberg oder Aken – letzterer verfügt über einen Kran für Schwerlasten bis zu 270 Tonnen. Im Alberthafen Dresden ist ein Schwerlastkran in Betrieb, der bis maximal 11 Meter Ausladung 600 Tonnen und bei 22 Meter Ausladung 350 Tonnen umschlagen kann.

Welche und wie viele Schiffe im Jahr über die Elbe und andere Bundeswasserstraßen fahren, können Sie den Verkehrsberichten der GDWS oder der Güterverkehrsstatistik des Statistischen Bundesamtes entnehmen.

Hauptverkehrsproblem – zu wenig Wasser unterm Kiel

Schwierigkeiten bereitet dem Schiffsverkehr vor allem die zeitweise zu geringe Fahrrinnentiefe. Je nachdem, wie schwer das Schiff beladen ist, benötigt es unterschiedliche Fahrrinnentiefen. Für den dreilagigen Containerverkehr werden zum Beispiel 1,70 bis 1,80 m benötigt.

Die Ergebnisse der Ist-Aufnahme von 2015 zeigten, dass nur einer der 9 Streckenabschnitte der Binnenelbe (Elbstrecke 6 bei Magdeburg) ganzjährig befahrbar war. Bei den restlichen 596 Kilometern Binnenelbe wird der Schiffsverkehr häufig durch einen zu geringen Wasserstand behindert. Niedrigwasserperioden verstärken dieses Problem und können das ganze Jahr über auftreten, da sie nicht an bestimmte Jahreszeiten gebunden sind.

Ausführlichere Informationen finden Sie in der Ist-Aufnahme Verkehr des GKE.

Letzte Änderung: 08.10.21