Projektseite Gesamtkonzept Elbe

Stromregelung

Die deutsche Binnenelbe ist seit Ende des 19. Jahrhunderts eine durchgängig ausgebaute Wasserstraße, die bei normalen Abflussverhältnissen von der Grenze zur Tschechischen Republik bis zum Wehr Geesthacht durch Stromregelungsbauwerke in ihrem Bett gehalten wird. Der frei fließende Charakter des Flusses ist dabei erhalten geblieben.

Das Regelungssystem entlang der Elbe besteht aus ca. 6.900 Buhnen, die beidseitig der Elbe quer zum Strom in den Fluss hineinragen und aus rd. 330 km Parallel- und Deckwerken, die längs entlang des Ufers eingebaut sind. Weitere Regelungsbauwerke befinden sich in Form von Sohlschwellen unterhalb der Wasserlinie auf dem Grund des Flusses. Das Ziel des Regelungssystems ist es, den Fluss in seinem Lauf festzulegen, gleichwertige Tiefenverhältnisse zu gewährleisten und gleichzeitig einen geregelten Sedimentdurchtransport zu erreichen. Darüber hinaus erfüllt es in seiner bestehenden Form Hochwasserschutzfunktionen, insbesondere bei schaarliegenden Deichen und dient der Ufersicherung nahe am Wasser liegender Ansiedlungen und kreuzender Infrastrukturbauwerke.

Die Regelungsbauwerke in ihrer heutigen Form sind in Bezug auf ihre Regelungswirkung streckenweise in einem defizitären Zustand. Einschränkungen in der schifffahrtlichen Nutzung sind die Folge. Gleichzeitig stellen sich negative Auswirkungen auf die Entwicklung der Gewässersohle ein. Neben anderen Ursachen, wie ein reduzierter Sedimenteintrag aus dem Flusseinzugsgebiet und der Festlegung des Hochwasserbettes, führt dies zu einer Verstetigung vorhandener Erosionsprozesse entlang großer Elbabschnitte.

Luftbild Elbe Luftbild Elbe Quelle: Andreas Hilger

Um  der Erosion zu begegnen, hat die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) mit Unterstützung der Länder Sachsen und Sachsen-Anhalt ein Konzept zur Eindämmung der Erosionstendenzen für den Abschnitt der sogenannten Erosionsstrecke zwischen Elbe-km 120 und 290 aufgestellt (PG Erosionsstrecke Elbe, 2009). Mit dem darin enthaltenen Maßnahmenprogramm ist es das Ziel der WSV diejenigen Anteile an der Erosion einzudämmen, die sich ursächlich aus der verkehrsbezogenen Umgestaltung der Elbe ergeben haben. Darüber hinaus bedarf es zur Beseitigung von Schwachstellen innerhalb des zu regelnden Niedrigwasserbettes der abschnittsweisen Anpassung an den Strombauwerken.

Die Verringerung der Schwachstellen im mittleren Niedrigwasserbereich und die Reduzierung der Erosionstendenzen sind wesentliche Bestandteile des Gesamtkonzeptes Elbe.

Detaillierte Informationen sind in den Dokumenten der Ist-Aufnahme Teil A und B enthalten.